Manu Gross & Gaëtan Gaudissard - Sind wir bald da?

Geheimer Ort: Darewalou
Die Freunde Gaëtan Gaudissard und Manu Gross brachen ursprünglich zu einigen Erkundungsmissionen auf. Sie kehrten schließlich aus einer selbst benannten Region, Darewalou, zurück, mit neuen mythischen Gesichtern in ihren Köpfen und olympiareifem Muskelkater in den Beinen.
Was als kurzer Ausflug geplant war, entwickelte sich zu einer fast ernsthaften Alpintour. Ein Rückblick in Bildern und Worten (fast ernsthaft) von Manu auf diese fünftägige Reise durch Darewalou: viel Höhenmeter, fragwürdige Gesamthygiene, aber eine unbestreitbar gute Stimmung.
Gaëtan. Frühe Aufstiegsstimmung im Couloir.
Tag 1: Glecksteinhütte
Ein stetiger Aufstieg zur Hütte, Rucksäcke zu schwer, Motivation etwas zu gering. Erste Mission: alle davon überzeugen, dass alles unter Kontrolle ist. Zweite Mission: die Familie des armen Steinbockmännchens finden und erklären, dass Papa nicht mehr nach Hause kommt. Eine Fünf-Sterne-Nacht in der Hütte, ganz allein, mit gefriergetrockneten Mahlzeiten, die eines feinen Restaurants würdig wären.
Manu erkundet das Naturkundemuseum Darewalou.
Tag 2: Wetterhorn & Mittelhorn
Eisiger Weckruf, lauwarmer Kaffee, gemischte Moral. Auf zum Wetterhorn, dann direkt weiter zum Mittelhorn, weil ein Gipfel eindeutig nicht genug war. Atemberaubende Grate, richtige Hochgebirgsatmosphäre, die Beine reichten bereits eine offizielle Beschwerde ein. Eine stilvolle Abfahrt über zwei Südwände. Das war's: Wir sind jetzt dabei. Zurück zur Hütte, dann ein schneller Abgang, um Fragen der Steinbockfamilie nach ihrem Anführer zu vermeiden.
Sind wir bald da?
Tag 3: Traverse zur Blüemlisalphütte
Ein langer Aufstieg zur Blüemlisalphütte. Weites Panorama, totale Stille, alle zwanzig Minuten unterbrochen von Gaëtans Frage: „Sind wir bald da?“
Manus Antwort, den ganzen Tag unverändert: „Ja, ja.“
Waren wir nicht.
Die Quadrizepse mögen kein Eis am Morgen
Tag 4: Großer Tag: Nordwand der Blüemlisalp + Nordwest-Couloir der Wildi Frau
Jetzt wird es ernst. Früher Start, perfekte Bedingungen, und hinein in die Nordwand der Blüemlisalp, um eine neue Linie zu ziehen. Fester Schnee, steile Hänge, volle Konzentration. Dann, als ob das nicht genug wäre, die Verbindung mit dem Nordwest-Couloir der Wildi Frau. An diesem Punkt streikten die Quadrizepse offiziell. Aber was für ein Tag: wild, ästhetisch, engagiert.
- "Manu, regarde la vue."
Tag 5: Westwand des Wildhorns, Einzelvorstoß
Letzter Akt. Allgemeine Müdigkeit, Augenringe, aber Motivation intakt. Auf zur Westwand des Wildhorns, der Art von Wand, die einen daran erinnert, warum man das Leiden auf Skiern liebt. Aufstieg aus reiner Willenskraft, Abfahrt mit einem Lächeln. Große Schwünge, toller Schnee und dieses seltene Gefühl, eine Tour völlig erschöpft zu beenden … aber irgendwie größer.
Gaëtan gibt Gas nach einem harten Aufstieg, schüttelt die Beine aus.

Zurück zu Hause ist das Fazit einfach: fünf Tage, ikonische Gipfel, wunderschöne Linien, viel Gelächter und zwei Freunde, die schon wieder bereit sind, alles noch einmal zu erleben, dort oben, in einem neuen Darewalou.
Das verborgene Land Darewalou.




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